EOS für Windows 10 erreicht: Auswirkungen für Unternehmen
Da das neue Betriebssystem teilweise beträchtlich höhere Hardwareanforderungen mitbringt, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um über ein Upgrade der meisten Mitarbeitergeräte nachzudenken. Erreicht Software ihr End-of-Support-Datum (EOS) - im Fall von Windows 10 ist dies der 14. Oktober 2025 -, stellt der Entwickler den Support in Form von Sicherheits- und Funktionsupdates ein. Die Auswirkungen dieses Schrittes werden zu Beginn noch marginal sein, doch im Laufe der Zeit werden Sicherheitslücken in Windows 10 immer häufiger auftreten, bis das Betriebssystem praktisch unbenutzbar ist. Zum Vergleich: Ein System mit Windows 98 ist heute innerhalb weniger Sekunden mit Malware infiziert, sobald es mit dem Internet verbunden wird. Bei Windows XP vergehen nur einige Minuten. Nach EOS von Windows 10 wird dies zwar nicht sofort geschehen, doch irgendwann wird auch dieses Betriebssystem sehr unsicher sein. Daher ist es empfehlenswert, den Wechsel lieber zu früh als zu spät zu vollziehen.
Bei Verzicht auf ein Update drohen folgende Probleme:
1. Sicherheitslücken werden bekannt, aber nicht mehr gepatcht. Dadurch werden jene Lücken ausgenutzt und Sie riskieren Datenverlust, Infektion mit Schadsoftware, Reputationsschäden und mehr.
2. Dritthersteller von Soft- und Hardware werden ihren Support für Windows 10 einstellen. Früher oder später werden Sie somit immer deutlichere Kompatibilitätsprobleme bekommen. Die Kosten, um die alten Systeme weiterhin zu supporten, werden steigen.
3. In den meisten KMU ist die Nutzung aktueller Software auf dem neuesten Stand Teil der Compliance-Richtlinien. Sie verstoßen somit gegen Ihre selbst auferlegten Regeln und würden auch externen Audits nicht standhalten.
ESU als Lösung?
Microsoft selbst bietet das Extended Security Updates-Programm - ESU - als Notlösung an. Im Rahmen dieses Programms zahlen Sie jährlich pro Gerät eine immer weiter steigende Summe, um weiterhin Sicherheitsupdates für Ihre Systeme mit Windows 10 zu erhalten. Da sich die Summe, die Microsoft verlangt, pro Jahr verdoppelt, entstehen hohe Kosten. Sie sollten ESU daher nur in Anspruch nehmen, wenn es nicht anders geht. Besser ist es, rechtzeitig einen Migrationsplan von Windows 10 auf Windows 11 zu erstellen und diesen durchzuführen. Denn: In absehbarer Zeit müssen Sie diesen Schritt ohnehin gehen. ESU verzögert diesen Prozess nur und verursacht in dieser Phase Kosten. Rein finanziell ist ESU daher nicht ratsam.
Hardware-Upgrade von Windows 10 auf Windows 11:
Was ist zu beachten?
In bestimmten Bereichen sind die Anforderungen von Windows 11 im Vergleich zum Vorgänger deutlich gestiegen. Aus diesem Grund ist es oft ratsam, zusammen mit dem Wechsel des Betriebssystems auch ein Update der vorhandenen Systeme durchzuführen. Die wichtigsten Änderungen fallen wie folgt aus:
1. Es gibt keinen 32-Bit-Support für Windows 11. CPUs müssen daher 64-Bit unterstützen und mindestens zwei Kerne besitzen.
2. Klassisches BIOS wird als Firmware nicht mehr unterstützt. Windows 11-Systeme verlangen nach UEFI inklusive Secure Boot-Kompatibilität.
3. Es muss zwingend ein TPM 2.0-Modul in der Hardware vorhanden sein, was auf die meisten älteren Windows 10-Geräte nicht zutreffen wird.
4. Die Grafikkarte muss mindestens DirectX 12 unterstützen - bei Windows 10 war dies noch DirectX 9.
Außerdem werden deutlich höhere Anforderungen an die CPU gestellt. Bei Windows 11 muss es sich bei Intel um eine CPU der mindestens 8. Generation handeln, bei AMD ist die Ryzen 2000-Serie das Minimum. ARM-Versionen von Windows 11 setzen mindestens einen Snapdragon 7c voraus. Um die gestiegenen Anforderungen besser zu verstehen, hilft es, einen Blick auf die Veröffentlichungsjahre zu werfen. Windows 10 verlangte nach CPUs, die etwa im Jahr 2008 veröffentlicht wurden. Windows 11 hebt dieses Niveau auf etwa 2017 an. Zu erklären ist dies mit den deutlich gestiegenen Anforderungen an die Sicherheit der Plattform, denn älteren CPUs fehlt es an den dafür notwendigen Funktionen.
Uns fehlt das Budget für einen kompletten Hardware-Neukauf - was tun?
Je mehr Geräte mit Windows 10 vorhanden sind, desto teurer wird der Umstieg auf Windows 11. Die Budgetierung dieses Prozesses ist umfangreich: neue Hardware, eventuell externe IT-Dienstleister als Unterstützung, Erstellung von Migrationsplänen, Testphasen mit einigen wenigen Geräten, späteres Rollout auf alle Geräte im Unternehmen. Diese und weitere Punkte können den Wechsel auf Windows 11 teuer machen - eventuell zu teuer für einige KMU. Als Alternative verweisen wir daher auf das Angebot von topi, das die Geschäftskunden von OFFICE Partner in Anspruch nehmen können. topi bietet moderne Windows 11-Geräte auf Mietbasis an, sodass Sie die hohen einmaligen Kosten einer Neuanschaffung zunächst umgehen. So können Sie nach Windows 10-EOS sofort Windows 11-Geräte nutzen und erst später - wenn das notwendige Kapital zur Verfügung steht - den kompletten Neukauf von Hardware in Erwägung ziehen. Die Miete von Geräten ist keine Allroundlösung für alle Probleme, aber um kurze problematische Strecken zu überwinden, kann das Angebot von topi für viele Unternehmen die richtige Lösung sein.
Hardware-Refresh jetzt: Welche Geräte kommen in Frage?
Sofern die oben erwähnten Hardwareanforderungen erfüllt werden, benötigen Sie unter Umständen keinen Geräteneukauf. In diesen Fällen müssen Sie sich "nur" um aktuelle Lizenzen für Windows 11 für Ihre Geräte bemühen, aber umgehen ein Hardwareupgrade des vorhandenen Equipments.
Eventuell steht jedoch ein Neukauf im Raum. Microsoft macht es Ihnen in diesem Fall auf zwei Arten leicht:
1. Geräte mit Windows 10 werden nicht mehr verkauft. Kaufen Sie als Geschäftskunde im Shop von OFFICE Partner ein, erhalten Sie somit automatisch aktuelle Workstations, PCs und Notebooks auf der Basis von Windows 11. Diese erfüllen alle obengenannten Systemanforderungen und sind auch für die Zukunft bestens ausgerüstet.
2. Manche dieser Systeme tragen das Label Copilot+. Diese Geräte sind nicht nur mit Windows 11 kompatibel, sondern bringen auch die notwendige Hardware mit, um KI-Funktionen lokal zu beschleunigen und einige in Windows 11 eingebauten Features überhaupt erst nutzbar zu machen. Auf die genauen Funktionen von Copilot+-Geräten gehen wir weiter unten noch einmal ein.
Kann ich einen Produktivitätsgewinn durch Windows 11 erwarten?
Je nach Workflow kann Windows 11 die Produktivität von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigern. Ein Hardware-Refresh wäre also unter den richtigen Umständen direkt mit einer verbesserten Arbeitsleistung verbunden.
Virtuelle Desktops schaffen Übersicht
Durch verbesserte virtuelle Desktops und neue intelligente Snap-Funktionen ist die Arbeit mit zahlreichen Fenstern einfacher. Programme lassen sich leichter strukturieren und über die vorhandenen Desktops verteilen, was den Komfort steigert und die Arbeit schneller von der Hand gehen lässt.
Bessere Kollaboration
Microsoft Teams ist integraler Bestandteil des Betriebssystems, was wertvoll ist, wenn Sie das Tool für kollaborative Zwecke einsetzen. Zusätzlich sind Cloud-Funktionen wie OneDrive besser in Windows 11 integriert - ebenso wie diverse Azure-Funktionen, falls Sie diese nutzen.
Erweiterte Eingabemethoden
Der Support von Stift, Touch und Sprache ist in Windows 11 deutlich umfangreicher als in Windows 10. Bestimmte Berufsgruppen wie Grafiker oder Personal im Marketing wird daher den Umstieg auf das neue Betriebssystem begrüßen.
Strom für den ganzen Tag
Mobile Copilot+-Geräte sind darauf ausgelegt, ungefähr einen ganzen Arbeitstag zu überstehen, ohne an eine Steckdose gesteckt werden zu müssen. Das ist vor allem bei Notebooks und Tablets wie dem Surface Pro 11 entscheidend und für Sie relevant, wenn Sie viele mobile Geräte im Unternehmen verwenden.
Lohnt sich Copilot+ als Hardwareupgrade?
Zahlreiche Geräte verfügen über das Label Copilot+. Beispielsweise trifft dies auf das Lenovo ThinkPad X1 als Convertible zu, aber auch das Samsung Galaxy Book5 Pro oder das Microsoft Surface Pro for Business. Im Wesentlichen sind Geräte mit diesem Label bereit für das anbrechende KI-Zeitalter. Die verbaute CPU verfügt über eine kleine NPU als Begleiteinheit. Diese wiederum kann diverse KI-Aufgaben wesentlich schneller berechnen als klassische CPUs und GPUs. Das heißt, dass Sie beispielsweise generative KI - um Bilder, Texte oder andere Inhalte zu erstellen - lokal auf Ihren eigenen Geräten nutzen können. Der Umweg über externe Dienstleister wie ChatGPT würde entfallen. Ob dies aktuell für Sie relevant ist, müssen Sie selbst entscheiden. Da KI in den kommenden Jahren jedoch immer stärker Einzug in unser Arbeitsleben haben wird, wäre es ratsam, Copilot+ als Label beim Neukauf zumindest in Betracht zu ziehen.
Kann alte Peripherie weiterhin genutzt werden?
Tastaturen, Mäuse, Drucker & Co. nutzen in der Regel generische Treiber, um ihre Funktionalität bereitzustellen. Verwenden Sie im Unternehmen vielleicht sehr beliebte Officemäuse wie die Logitech MX Master 3S, wird diese auch unter Windows 11 weiterhin mitarbeiten. Geräte, die spezielle Software mitbringen, werden ebenfalls in ihren Grundfunktionen laufen - doch ob jene spezielle Software noch funktionieren wird, sollten Sie den Angaben des Herstellers entnehmen.
Fazit: Windows 10 EOS als Zeitpunkt für Hardwareupgrade nutzen
Ältere Hardware ist heute oft nicht mehr sicher und bringt nicht genügend Leistung mit, um produktivitätssteigernde Features moderner Betriebssysteme zu nutzen - vor allem, wenn jene ältere Hardware schon zu Zeiten von Windows 10 nicht mehr taufrisch war. Das Ende von Windows 10 sollten Sie daher nutzen, um Ihre Hardware zu überprüfen und gegebenenfalls mit Hilfe von OFFICE Partner zu aktualisieren.





